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Geschichte der Stadt

Siedlung der Pruzzen (Barten) und Christianisierung durch den Deutschen Orden (um 1240)

Bild: Wappen der Bischöfe von Ermland
Das Wappen der Bischöfe von Ermland
Die Stadt Heilsberg wurde vor ca. 700 Jahren gegründet. So behauptet man meistens, da die Vergangenheit dieser malerischen Ortschaft nicht genauer untersucht werden kann. Noch bevor der Deutsche Orden (der mit der Eroberung des mehrfach ohne Erfolg missionierten Landes die Infrastruktur und den Fortschritt "mitgebracht" hat) an der Alle Fuß fassen konnte, existierten hier Ortschaften der Pruzzen. Der Stamm der " Barten" war besonders für eine Hartnäckigkeit und seinen Kampfgeist bekannt. Dieser hat auf dem Gebiet der späteren Stadt Heilsberg gewohnt. Sie nannten ihre Siedlung "Lecbarg", worauf auch der polnische Name "Lidzbark" zurückzuführen ist.
Nach dem Vertrag zwischen dem Deutschen Orden und dem polnischen König Konrad von Masowien (1226) zog die die mit der Missionierung beauftragte Ordensgemeinschaft nach Preußen. Nach ungefähr fünf Jahren erreichten die Ordensritter Heilsberg und bauten hier eine kleine Burg aus Holz. Der Name der Stadt, wie man bis heute vermutet, stammt vom nahegelegen Berg (pl. Góra Krzyzowa), auf dem sich ein Heiligtum der Barten befand. Während des II. Aufstandes der Pruzzen (1260 - 1274) leisteten hier die Barten den größten Widerstand, was eine große Zahl der Opfer auf beiden Seiten zufolge hatte.

1243 - Aufteilung des Ordenslandes in Diözesen und Entstehung des "Hochstifts Ermland" (1255)

Bild: Heilsberg im 18. Jh.
Heilsberg im XVIII. Jh
Kupferstich
Kurz nach der Eroberung Preußens fing man mit der Errichtung der Diözesen. Mit dieser Aufgabe wurde der Bischof als "besonderer Legat des Papstes" beauftragt. Am 29. Juli 1243 war der Entwurf fertig. Die nötige Bestätigung des Papstes erfolgte schon am 08. Oktober 1243. Das Bistum Ermland war das größte. Die Grenzen verliefen im Westen entlang der Linie: Elbingfluss - Drausensee - Weeske (Pasarge) einschließlich der Stadt Elbing; im Osten und Norden entlang der Flüsse Pregel und Angerapp. Dem damaligen Gesetz entsprechend nahm der Bischof ein Drittel seiner Diözese als sein eigenes Herrschaftsgebiet (Territorium) - ein zusammenhängendes Stück Land von der Kurischen Nehrung im Nord-Westen bis Rößel im Süd-Osten (die Kämmerämter: Frauenburg = pl. Frombork, Braunsberg = pl. Braniewo, Mehlsack = pl. Pieniezno, Wormditt = pl. Orneta, Heilsberg = pl. Lidzbark Warminski, Guttstadt = pl. Dobre Miasto, Allenstein = pl. Olsztyn, Seeburg = pl. Jeziorany, Wartenburg = pl. Barczewo, Rößel = pl. Reszel). Davon bekam das Domkapitel (im Jahre 1346) die Hälfte (Frauenburg, Mehlsack und Allenstein). Der Dom, also die Hauptkirche Ermlands, wurde in Frauenburg errichtet.
Der Bischof, der zusätzlich den Titel eines Fürstes bekam, wählte Heilsberg als seine Residenzstadt. Mit dieser Entscheidung machte er diese Stadt zu einem Macht- und Kulturzentrum für nächsten Jahrhunderte. Zwischen dem dritten (nicht mehr aus dem Deutschen Orden stammenden) Bischof und der Ordensgemeinschaft entbrannte ein Streit um das Schloss, den Eberhard von Neiße für sich entscheiden konnte. Es entstand ein neues Schloss. Diesmal aus roten Ziegelsteinen, nach dem Vorbild der Marienburg. Die Stadt wurde mit einer Schutzmauer (vor 1357) und drei Stadttoren (vom Nord-Osten das Mühlentor, vom Süd-Westen das Kirchentor und vom Nord-Westen das Hohe Tor (nach einem niederdeutschen Vorbild) - als einziges bis heute erhalten) umgeben. Die Innenstadt sollte nach dem Vorbild der damaligen schlesischen Städte(die Heimat des Bischofs) erfolgen. Leider war dies wegen der Höhenunterschiede und des Flusses "Alle" nicht möglich. So wurden zwar die Straßen entlang der vier Weltrichtungen gebaut und der Marktplatz auf einem Quadrat errichtet, die Kirche jedoch befand sich etwas seitlich - auf einer Stelle, wo der Fluss einen Bogen um die Stadt macht.

1308 - Heilsberg erhält die Stadtrechte nach dem "Kulmer Recht"; 1340 - Heilsberger Schloss wird zur Residenz der ermländischen Bischöfe

Lageplan der Stadt im ca.15. Jh.
Grundriss der Stadt im Mittelalter
Bild: Kirche vom Schloss aus gesehen
Das Hochschloss
vom Südosten
Die Stadtrechte (die "Lokation") bekam Heilsberg ebenfalls vom Bischof am 12. August 1308 nach dem sog. "Kulmer Recht". Zum Lokator (Gründer und ersten Stadtvorsteher) wurde der Ehemann der Nichte des Bischofs - Johannes aus Köln (bei Brieg in Schlesien). In Ermland wurden sehr viele Niederschlesier ansässig und ihre Mundart blieb vor allem im Dominium lage Zeit erhalten - das "Breslauische". Das Mäzenatentum des Bischofs brachte viele Vorteile mit sich. Es entstand die erste Schule "für preußischsprachige Landessöhne" (im Heilsberger Schloss). Der Bischof stationierte hier auch sein Heer. Die Bürger seiner Stadt müssen sowohl im Handel (über Danzig), als auch im sonstigen Gewerbe aktiv und sehr erfolgreich gewesen sein, wenn man die hohen Steuern betrachtet, die sie an den Bischof gezahlt haben. Es gab Weber, Schuster und Ziegelbrenner. Schon gegen Ende des XIV. Jahrhunderts gab es eine Wasserleitung in die Stadt. Sie wurde von einer Quelle auf dem Ekertsberg gespeist.
Foto: Häuser an der Stadtmauer
Häuser an der Stadtmauer
Ein weiterer Vorteil der Residenz des Bischofs in Heilsberg waren die Gäste der Schlossherren. Der, ohne jeden Zweifel, berühmteste Gast war der Neffe des Bischofs Watzenrode und Kanoniker . In seiner Zeit war er mehr als Arzt seines Onkels - des in Heilsberg residierenden Bischofs von Ermland - Lukas Watzenrode oder als und Verteidiger des Eigentums des Domkapitels (Verteidigung Allensteins gegen den Deutschen Orden 1525) bekannt, denn als Astronom. Auf dem Schloss verbrachte er drei Jahre. Im Laufe der Jahrhunderte gab es hier auch viele Künstler, die für die Schlossherren gearbeitet haben. Im Schloss finden wir Fresken aus jener Zeit, die die Wappen aller Bischöfe von Ermland enthalten (die Tradition wird bis heute gepflegt) oder die Afänge der Geschichte des Bistums in Bildern festhalten. Die Schlossmühle, die nördlich des Schlosses entstand, nutzten die Schlossherren und die Bürger der Stadt gemeinsam. Auch das Vorschloss durften die Bürger im Verteidigungsfall benutzen - gegen tatkräftige Hilfe. Der Bischof hingegen bekam einen exklusiven Zugang zur Stadt über die sog. Kirchenpforte, der an der Brücke für die Wasserleitungen vom Eckhartsberg lag.

Die Niederlage des Deutschen Ordens bei Tannenberg (1410) und deren Folgen:
Ermland nach dem II. Thorner Frieden (1466) unter dem "Patrozinium Poloniae"; der "Pfaffenkrieg"

Mit der Niederlage des Deutschen Ordens bei Tannenberg ändert sich für die nächsten drei Jahre die Lage. Im Schloss besetzte der Hochmeister des Deutschen Ordens . Der gutmütige Bischof Heilsberg von Vogelsang musste fliehen, durfte jedoch nach dem Rücktritt von Plauens 1414 auf das Schloss zurückkehren. 1414 versuchte das polnische Heer im sog. Hungerkrieg vergeblich die Burg einzunehmen, zerstörte jedoch kirchliche Güter und die städtische Mühle. Im Juni 1440 treten die Heilsberger dem "Preußischem Bund" bei. Dies führt zu keinem direkten Machtwechsel, sondern zum Wechsel des Schutzherren. Mit dem 2. Thorner Frieden (1466) wird das Fürstbistum aus dem Deutschordenstaat ausgegliedert und der Polnischen Krone unterstellt (als "Patrozinium", nicht als "Regnium Poloniae"). Der polnische König missachtet die Bestimmungen und versucht auf die Diözese Einfluss zu nehmen.
1467-1479 sieht Heilsberg kaum noch Soldaten der Bischofsarmee, da das Kapitel zu Frauenburg wegen der Nomination (durch den polnischen König) Vincent's Kielbasa zum Bischof von Ermland mit dem sog. "Pfaffenkrieg" (mit Unterstützung des Deutschen Ordens) verhindern wollte. Der vom Domkapitel gewählte und vom Papst bestätigte aber vom polnischen König nicht anerkannte Bischof Tungen führt den Krieg gegen den König fort. 1474 übernimmt er Heilsberg und kann seine Bewohner für die eigene Position gewinnen. 1478 übersteht das Schloss erneut eine Belagerung (unterstützt durch die 150 Reiter des Ordensheeres). Der Krieg konnte jedoch nicht gewonnen werden. Im Frieden zu Peterkau müssen der Bischof wie der Hochmeister die Oberhohheit des polnischen Königs anerkennen. Trotzdem sind die Domherren zufrieden: sie treffen weiterhin die Wahl! Die Bürger Heilsbergs (und Ermlands) bekommen das Appelationsrecht an den polnischen König und werden nach und nach zur autonomen polnischen Provinz.

1525 Hochmeister belagert Heilsberg; 1703-05 - Schwedische Besatzung Ermlands (König in Heilsberg)

Bild: Hohes Tor (Westtor der Stadt)
Das Hohe Tor
Foto: die Orangerie
Die Orangerie
Es kommen wieder gute Jahre auf die Stadt zu. Viele Bischöfe "die dem polnischen König angenehm sein mussten" sind gute Landesherren. Auch wenn die nachfolgenden Jahrhunderte in Europa (und der neuentdeckten Amerika) Kriege toben, bleibt Heilsberg und Ermland davon weitgehend verschont. Es gibt durchaus Probleme: Am stehen viele Häuser in Flammen; im Jahre 1520 versucht der Deutsche Orden die Stadt einzunehmen (die Artilleriekugeln aus dieser Zeit sind an der westlichen Wand des Hohen Tors zu finden) dabei zerstören sie den nördlichen Teil der Wehrmauern; 1522 gibt es wieder einen Großbrand (diesmal schlimmer als 1497 - die nächsten zehn Jahre braucht man zum Wiederaufbau, z.B.: Rathaus erst 1528); am 24/25.03.1698 brennt die Pfarrkirche; Im Winter 1703/04 wohnt im Schloss der schwedische König, der mit seinem Heer gegen Polen zieht (1705 rauben die abziehenden schwedischen Soldaten viele Manuskripte, Bilder von Holbein und die 33 Bilder der ermländischen Bischöfe und stecken das Schloß in Brand); die Folgen der Kriege sind Hunger und Pest, die 1710 die Heilsberger schwer treffen.
Es klingt vielleicht schrecklich, ist aber im Vergleich zu den Städten in Deutschland (Religionskriege) oder in Polen (Kriege gegen Türken und Schweden) eher ruhig. In dergleichen Zeit tut sich auch sehr viel Gutes. Die Kirche wird neu aufgebaut: der Turm wird mit einer Kuppel gedeckt, die Seitenschiffe auf gleiche Höhe, wie das Hauptschiff, hochgezogen. Die Stadt wird nach den Großbränden im neuen Stil wiederaufgebaut und wirkt sehr großstädtisch (Danzig und Elbing ähnlich). Vor den Toren Heilsbergs entstehen die bischöflichen Garten. Der "zweite" Palast (die sog. "Orangerie") wird im XVIII. Jh. zur Sommerresidenz. Die Lage (südwestlich der Stadt) ist bis heute leicht zu erkennen, da dieses Gebiet (seit den 30er. Jahren ein Friedhof) mit unglaublich vielen Laubbäumen bewachsen ist. Das neue Heilsberg muss sich zu einem kulturellen Zentrum entwickelt haben, da es für viele Besucher und neue Bewohner sorgte. Dazu finden Sie mehr unter "Sonstiges".

1772 - Eingliederung in Preußen und Ende der Residenzzeit der Bischöfe

Mit dem Jahr 1772 kommt auf Heilsberg eine neue Situation zu. Die Residenz des Bischofs wird aufgegeben, der neue Landesherr (der König von Preußen) führt neue Gesetze ein. Die zweitgrößte Stadt in Ermland wird zum Trabanten der neuen Militär- und Machtzentren (z. B. : Allenstein = pl. Olsztyn). Die Zahl der Polen in Ermland wird immer kleiner (sie bleiben weiterhin sehr aktiv im öffentlichen Leben).

1807 - Die große Schlacht gegen Napoleon

Bild: Hohes Tor
Das Hohe Tor
Ende XIX. Jh.
Und dennoch wird Heilsberg keine Stadt der Vergangenheit. Schon 1807 tobt hier eine der bekanntesten Schlachten von Kaiser . Vom 10. bis 11. Juni wird das Gebiet vor Heilsberg (von der Jerusalem-Kapelle, der damaligen Schanze Nr. 1, über Goßendorfer See bis hin nach Lawden) zum Kriegsschauplatz der Weltgeschichte. Es treffen die vereinigten Kräfte von Russlands und Preußens und die französische Armee Napoleons aufeinander. Um die Stadt wurden auf Befehl des russischen Oberbefehlshaber Benningsen Festungslager mit Feldbefestigungen errichtet. Von hier aus startet er seinen Feldzug gegen die bei Guttstadt (pl. Dobre Miasto) stationierten Franzosen. Diese offensive konnte von General Ney am Fluss Passarge gestoppt werden. Die russische Kavallerie zieht entlang des Flusses Alle nach Heilsberg zurück. Es lief alles, wie geplant. Es sollte keine große Schlacht sein. Vielmehr lag es Napoleon daran, dass sein Gegner die Befestigungen verlässt. Doch die Murat-Kavallerie und die Solut-Korps gingen weiter. Sie stürmten (gegen den Willen des obersten Befehlshaber) die Schanzen, statt sie großräumig zu umgehen. Die dahinter herrschende Verwirrung hielt Napoleon für einen Rückzug und ordnete keine Unterbrechung der blutigen Stürme. Die Russen schickten im Gegenzug ihre Kräfte aus dem Hintergrund ins Feld. Durch einen französischen Deserteur gewarnt, waren sie sogar imstande die schweren Offensiven von Lennes und Verdier abzuwehren.
Am Abend des 10. Juni hatten die Franzosen 12 000 und die Verbündeten 9 000 tote und verletzte, darunter einige Generäle (Roussel bei den Franzosen; Kozin und Warneck bei den Verbündeten). Doch der Krieg ging weiter. Ein Tag darauf traf auf dem fast leerem Schlachtfeld die "Poznańska"-Division von des polnischen Generals Jan Henryk Dombrowski mit sächsischen und französischen Einheiten ein. Sie "beendeten" die Schlacht. Am selben Tag zog sich der gichtkranke Befehlshaber Benningsen nach Bartensein (pl. Bartoszyce) zurück. Napoleon hat aus unbekannten Gründen (wohl aus Angst vor einer Gegenoffensive) nicht im Schloss übernachtet, obwohl er in der Stadt mehrere Stunden verbracht hat. Als Erinnerung an die gewonnene Auseinendersetzung hat man den Namen der Stadt auf dem Triumphbogen in Paris verewigt. Ob das für einen Heilsberger als Ehrung zu bezeichnen ist, sei dahingestellt.

1823 - Die Entstehung der evangelische Gemeinde unter dem Patronat Friedrich Wilhelm III.

Bild: Die evangelische Kirche in Heilsberg
Die evangelische
Kirche in Heilsberg
Nachdem die Franzosen das Gebiet Preußens verlassen haben wird wieder gebaut (aber auch abgebaut). Da nicht immer der Baustoff für die Errichtung neuer Häuser reicht, werden einige alte Gebäude abgetragen. Zu diesen gehören: das Mühlentor (im Osten der Stadt; 1817-1818), das Kirchentor (im Südwesten; im gleichen Zeitraum) und Großteil der Stadtmauern. Vom Westtor der Stadt blieb nur der Barbakan (Vortor) - heute irrtümlicherweise als "Hohes Tor" bezeichnet. Es gibt auch das Gegenteil! Es entstehen neue Stadtteilen wie z. B. die "Neustadt", Gebäudereihen vor dem Hohen Tor - Heilsbeg dehnt sich nach Westen aus.
Am Ende der zuvor erwähnten Häuserreihe lässt der preußische König eine evangelische Kirche bauen (1821-23). Friedrich Wilhelm III. übernahm höchspersönlich die Aufsicht über die Entstehung der ersten protestantischen Kirche in Ermland. Der Bau entstand unter dem Einfluß Karl Friedrich Schinkels: als Steinbau geplant - ausgeführt als brettverschachtelter Fachwerkbau. Die Architektur erinnert sehr an eine Basilika: draußen Zwei Türme, dazwischen eine Vorhalle, drinnen ein rechteckiger Chor mit hoher Absis sowie Emporen über der Vorhalle. Das Gotteshaus, wie damals üblich, war von einem Friedhof (für die Mitglieder der ev. Kirchengemeinde) umgeben.
1865 fällt das "alte Rathaus" einem Brand zum Opfer. Mit ihm vernichtet das Feuer zwölf andere Gebäude. Das Rathaus wird nicht wieder aufgebaut. Das "neue" Rathaus wurde auf der Ecke der heutigen Ratuszowa-Straße, nahe an den Stadtmauern, errichtet.

1914 - Erster Weltkrieg und Heilsberg

Foto: Denkmal auf dem Russenfriedhof
Das Gefangenendenkmal
auf dem Russenfriedhof
Am 25. August 1914 floh ein Großteil der Heilsberger aus Angst vor den Russen nach Wormditt. Da dort kein Weiterkommen möglich war, zogen viele zurück. In der Nacht vom 27. auf den 28. August entstand in der "Kiehlschen Mühle" aus unbekannter Urache ein Brand, der auch das Elektrizitätswerk zerstörte und Heilsberg für über eine Woche "im Dunkeln ließ". Am 28. August wurde ein russischer Ziegelarbeiter - der angeblich russischer Offizier gewesen sein soll und auf die deutschen Posten geschossen hatte - nach Verkündung der Todesstrafe auf dem Marktplatz im sog. "Totenbruch" (Bischofsteiner Chaussee) standrechtlich erschossen. Am 29. August 1914 zogen ca. 6000-8000 russische Soldaten um Heilsberg zusammen. Um neun Uhr morgens betrat die Stadt eine Eskadron russischer Dragonen (Kavallerie). Die Großzahl der Soldaten biwakierte in der Nähe des Heimes für schwer erziehbare Kinder St. Raphael auf den ehemaligen preussisch-russischen Schanzen von 1810. In der Stadt verhielten sie sich eher kultiviert. Die einzigen Ausnahmen waren: gelegentlicher Raub von Uhren und Erzwingen der Ausgabe starker alkoholischer Getränke. (Die Zerstörung der Weichen auf den Bahngleisen und der Anlagen der Post als übliche Kriegshandlungen rechnen wir nicht dazu.)
Um Chaos in der Stadt zu vermeiden und die Versorgung der Daheim gebliebenen zu gewährleisten, beschloss Beirat Fisahn mit anderen Stadträten, die Läden unter öffentliche Verwaltung zu stellen. Nicht alle Bäckereien und Fleischläden hatten zu. Die Gaststätten, die eröffnet werden "mussten", schenkten keine Brände aus. Die Brauerei wurde unter Aufsicht von Vitalis Reddig udn später Josef Schlegel. Die Läden beaufsichtigten Herrn: Bönki (Baderstraß und beim Kirchentor), Johannes Koslowski (Langgasse, Marktplatz), Poboß (Fleischergasse, am Mühlentor). Wasserleitungen, die beschädigt wurden reparierten Lehmann und Macharski. Mit Hilfe des Heilsberger Friseurs Matern entkammen die übriggebliebenen Landsturmleute in zivilen Kleidern aus der Stadt. (Das vom Besitzer verlassene "Centralhotel", das von Flüchlingen verwüstet worden war, wurde unter amtliche Verwaltung genommen. Es stand bis 1945.)
Am 3. September rückte morgens eine Schwadron Russen aus. Nur Wenige kamen zurück. Bereits am Abend desselben Tages ritt eine Kavalleriepatrouille in die Stadt. Am Tag darauf zogen ca. 20 000 Mann der 1. Reserve-Armeekorps mit ganzem Stab nach. Die ca. 3000 Opfer des 1. Weltkrieges aus der Umegebung von Heilsberg, darunter Russen, Rumänen, Briten, Franzosen, Italiener und Serben (sowie belgische Zwangsarbeiter und deutsche Flüchtlinge aus Wolynien, wurden im Wald (Nähe Bartensteiner Straße) östlich der Stadt begraben. Eine steinerne Pyramide (Russen) und eine bronzenes Schwert (später Kreuz aus Sandstein - Briten) wurden von ehemaligen Mitkämpfern und Mitgefangenen gestiftet. In demselben Wald sollen auch die Gefangenenlager gewesen sein.

1937 - "Die Heilsberger Ereignisse"

Foto: Brauerei St. Georg
Heilsberger Brauerei St. Georg
Zwischen den Weltkriegen ist Heilsberg eine kleine aber gut funktionierende Provinzstadt. Durch den starken Zuzug von Beamten und Soldaten nach Allenstein wurde Heilsberg in seiner Funktion als Hauptstadt des Ermlands "verdrängt". In Heilsbeg stationierten zwei Einheiten der Wehrmacht (II. Bataillon vom Infanterie-Regiment 44 und I./Artillerie-Regiment 11). Zwischen Pilnigk (Neuhof) und der Stadt entstand eine reich bebaute Straße, die das Dorf mit der Stadt verbindet. (Dennoch gehört Pilnigk bis heute nicht zum Stadtgebiet selbst.) Mit dem sog. "Negerdorf" (so genannt wegen den schwarzen Dächern ohne Dachziegeln) am Ostende der Stadt, neuen Straßenzügen im Nordosten (Konneger Weg, Heimstätterweg, Ziegelstraße, Großendorferstraße) und Siedlungen westlich der Altstadt und um die Kasernen (Ludendorf-, Infantrie-, Danziger-, Hindenburg-, Moltke-, Litzmann- und Ferdinand-Schulz-Straße) erschloss man neue Wohngebiete für die wachsende Bevölkerung. Die Bewohnerzahl hat sich zwischen den Weltkriegen fast verdoppelt! Das verweiste Schloss (im XIX. Jh. auf die Bedrürfnisse des Weisenhauses der Katharinenschwestern adaptiert) wurde unter der Leitung von Karl Hauke in den Jahren 1927-44 in seinem ursprünglichen gothischen Aussehen wiederhergestellt und restauriert. (Ein Teil der Räme beherbergte seit 1928 das Heimatmuseum.) Die Rohrenbrücke südlich der Stadtpfarrkirche (der ehem. Zugang des Bischofs zur Stadt) wird durch eine gemauerte Brücke ersetzt. Auf dem Eckhartsberg wurden mehrere Schulen gegründet (Agnes-Miegel-Schule für Mädchen, die katholische Volksschule für Jungen und Mädchen und - etwas weiter in Schlossnähe - die evangelische Volksschule, Realschule für Jungen und die Landwirtschafsschule südöstlich des Schlosses). Der noch von Bischöfen gegründete Park auf den Hügeln südlich der Stadt wurde auf Bemühen des Pfarrers Buchholz zum Städtischen Friedhof, derweger seiner schönen Lage "Waldfriedhof" genannt wurde. Der Kreuzweg, der vom Eingang südlich der Pfarrkiche zum Golgotha-Hügel mit einer Kreuzigungsgruppe führt, soll vom Michael Lipow, einem aus Russland vertriebenem Deutschen stammen. Auf eben diesem Friedhof befindet sich auch zwischen der Kreuzigungsgruppe und der Pieta-Kapelle das Grab des Welmeisters im Segelflug Ferdinand Schulz ("der Ikarus von Ostpreußen").
Foto: das sog. Neue Rathaus
Keller des "neuen Rathauses"
Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges, in dem die Panzer eine große Rolle gespielt haben, baute man eine Verteidigungslinie mit Gräben und Panzerabwehranlagen. Diese glich einem Dreieck, dessen Spitze nödlich von Heilsbeg (Großendorfer See) lag. Deshalb nannte man diese Anlage das "Heilsberger Dreieck". Südöstlich der Spritze am der Stadtgrenze der Stadt erbauten man zwischen Januar und Dezember 1930 einen neuen Radiosender mit zwei Holzmasten von 102 Metern Höhe. In der Mitte Ostpreußens gelegen konnte dieser mit seinen 60 kW (1935 100 kW) für einen guten Empfang des Senders Königsberg-Amalienau in der ganzen Provinz sorgen. Für kulturelles Leben sorgte das Kino "Capitol" (erbaut 1929 vom Musiker Hugo Bludau, heute Geschäftshaus: Rossmann u. A.), zwei Zeitungen ("Kreisblatt" und "Warmia" - letzte anfangs pro Centrumpartei, nach der Übernahme eher kirchenfeindlich), eine Stadtbibliothek und eine Stadtkapelle. Die Anziehungskraft der Stadt strahlte weit über die Grenzen der Provinz hinaus. So ist seit 1920 zunehmender Turismus im "Kurort Heilsberg" zu verzeichnen (vorwiegend Wanderer, für die 1922 eine Jugendherberge im Vorschloss entstand und später auf den Eckhartsberg neben die Schulen umzieht). Es gab mehrere Hotels (Centralhotel, Hirschberger/Perk, Ermländischer Hof, Belau - zusammen 120 Betten) und Restaurants und Konditoreien (z.B. "Alt Heilsberg" am Marktplatz). Autovermietung und Bus-Verbindungen zu allen Nachbarstädten gab es auch. Schon 1904 entstand das bis heute erhaltene St.-Georg-Krankenhaus (heute Namens "Maria-Curie-Sklodowskiej"), später ein Rentnerheim (südlich der alten Kirche, heute Gemeindeamt der Landgemeinde) und Kindergarten. Das Weisenhaus verließ die Räume des Schlosses und zog in die neuen Räume in der Bergstraße. Am 18. August 1913 weihte der Ehrenbürger von Heilsberg August von Mackenden das Husarendenkmal auf dem Marktplatz ein. Die Stadtbewohner genießten ihr Leben - im Sommer mit Vorliebe im Volksgarten an der Alle beim heilsberger Bier und Bränden aus der Brauerei St. Georg.
Die Schlossanlage
Ansicht des Schlosses
Heilsbeg teilte das gleiche Schicksal wie die meisten katholischen Städte im Reich. Seit der Machtübernahme durch Adolf Hilter verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den Centrumpartei-Anhängern (meist Katholiken) und den Nazis. Nach und nach wurden die katholischen Vereine verboten ("Bund Neudeutschland", Kopling oder Brautkreis). Die Mitglieder wurden systematisch von den öffentlichen Ämtern ausgeschlossen oder wurden in diesen benachteiligt. Auch die Reichskristallnacht fand ihren Widerhall in der Stadt. Nach einem Treffen führten die SA-Leute unter der Leitung von Franz Norgal ihre verbrecherischen Befehle aus. Sie zündeten die Synagoge an und erschossen das junge Ehepaar Seelig, das unter dem Gotteshaus lebte (was eindeutig über den Befehl hinaus ging). Sie verwüsteten jüdische Wohnungen und trieben ihre Bewohner nackt und mit Senf beschmiert durch die Stadt. Der SA-Führer wurde für den Doppelmord mit einer Rüge durch die Partei bestraft und enging so der Gerichtsbarkeit. Ab 1936 werden die Straßen umbenannt: Triftstraße wird zu Infantriestraße, die "Feldstraßen" zu Sudetenland- und Saarlandstraße, Seeburger- bzw. Ermlandstraße wird zu Norkusstraße und Bartensteiner-Straße zu Adolf-Hitler-Straße.
Am 27. Mai 1937 unterbrach eine Truppe von Landjägern (auf Befehl des Bürgermeisters Margenfeld und des Kreisleiters Wohlmuth) die Fronleichnahmsprozession (eine Art religiöse Kundgebung zur Verehrung des Leibes und des Blutes Christi in katholischen Gegenden) und ertriss der Fahnenabordnung der Jugendverbände die Banner. Zwischen dem ersten und zweiten Altar entstand eine lägere Pause. Männer kamen den Jugendlichen zur Hilfe. Doch, um die Andacht nicht zu unterbrechen, gingen die Gläbigen weiter. Nach dem Abschluß begaben sich die Priester (Domherr und Pfarrer Alfons Buchholz, Joannes Jordan, Walter Hippler und Hugo Szinczetzki) mit einer Großzahl der Prozessionsteilnehmer zum Rathaus, um die rechmäßig mitgeführten Fahnen der Jugendlichen zurückzufordern. Doch die Überzeugung der Gläubigen, dass diese Störung der Andacht auf diplomatischer Ebene eklärt und wiedergutgemacht werden kann erwies sich als nichtig. Schon am frühen Nachmittag trafen die im Vorfeld schon bereitgestellten gut bewaffnete Truppen der königsberger Gestapo in Heilsberg ein. Es konnten also weder die Banner noch die Prozession als solche der Grund für das wiederrechtliche Eingreifen der Patreimitglieder und der Geheimen Staatspolizei sein. Die Aktion wurde seit langem schon vorbereitet und in ganz Deutschland einmalig.
Foto: Hotel Central
Hotel Central am Martktplatz
Was der wahre Grund für diese wiederrechtliche Intervention der staatlichen (eigentlich: politischen) Gewalt war, wird man an den Folgen erkennen. Am selben Nachmittag wurden sieben Männer (darunter auch männliche Nichtvolljährige) von der Gestapo ("Überfallkommando Königsberg") verhaftet und in das Heilsberger Rathaus gebracht. Die vier Priester traf dasselbe Schicksal. Im Unterschied zu den Laien wurden sie in der Nacht verhaftet (um einen Aufstand unter den Heilsbergern zu verhindern). Unter Misshandlugen wurden sie verhört. Vor dem Sondergericht in Königsberg wurden sie aufgrund von Meineiden der Zeugen und nach Verhandlungen zwischen dem Gerichtsvorsitzendem und dem Gestapoleiter verurteilt. Gegen die Geistlichen verhängte man Strafen in Höhe von einem bis drei Jahren (nach der Haft: Ausweisung aus Ostpreußen von Buchholz, Szinczecki und Hippler), gegen die Laien von fünf Monaten bis einem Jahr Gefängnis. Weitere Folge der "Heilsberger Ereignisse" war ein Verbot der Vereinsarbeit der Katholischen Kirche und des Religionsunterrichts. Dies war der Grund für das Vorhaben der Partei. Doch die Kirche gab sich nicht geschlagen. Der Bischof Maximiliam Kaller klärte die Zugehörigen der Diözese in einem Hirtenbrief über das Geschehen in Heilsberg auf und gab ihnen eindeutig zu verstehen, dass der Weg des Nationalsozialismus niemals der Weg der Katholiken sein kann, indem er sich auf die Aussage des bayrischen Gauleiters Wagner (es gäbe noch ein einziges noch verleibendes Hindernis im öffentlichen Leben des Dritten Reiches - die Kirchen) berief. So kam es, dass die Wirkung im Gegensatz zum Ziel der Partei stand: Die katholischen Verbände nahmen an Mitgliedern zu.
(Genaueres in:
Keifferscheid, Gerhard: Das Bistum Ermland und das Dritte Reich. In Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Ermlands ZGAE, Bd. 1, Münster 1975
A. Buchholz, Die Fronleichnahmsprozession
)
Das Ende des II. Weltkrieges bedeutete für Heilsbeg große Zerstörungen und für seine Bewohner Flucht, Mißhandlungen und Tod. (Die aufwendigen Vorbereitungen wie Befestigungsanlagen und Schützengräben die man östlich der Stadt an der Alle bis heute ansatzweise erkennen kann, wurden nicht mehr genutzt. Die Stadt wurde kaum noch verteidigt.) In einigen Berichten über diese Tage (darunter die Vera - eine junge ukrainische Zwangsarbeiterin des Central Hotel) wird der Einfall der Sowjets mit den grausamsten Worten beschrieben. Die Rache der Rotarmisten war schrecklich. Die aufgegriffenen Flüchtlinge wurden zu Zielscheiben für Scharfschützen oder wurden zu Sklaven der neuen Herren. Die Frauen wurden vergewaltigt. Bei geringstem Widerstand wurden wehrlose Menschen erschossen. So erging es auch den Katharinenschwestern, die die verbleibenden Schüllerinen ihres Internats und sich selbst schützen wollten. Einen besonderen Spaß machten sich die Sowjets daraus, Menschen mit dem Gesicht zur Wand zu stellen und mit den Geräuschen des Entsicherns und Zielens psychisch zu quelen. Schwerkranke und Bettlegriege, die nicht mehr flüchten konnten kamen zum Teil im verherenden Brand ums Leben, der in der Nacht nach der Eroberung ausbrach. Dieser zerstörte weite Teile der Altstadt. Für diese "Befreihung von den Nazis" hat die polnische Stadtverwaltung an der Stelle des St.-Georg-Denkmals (Bartensteiner Straße) ein großes Denkmal als Dank bauen lassen. (Diese Ruine darf angeblich bis heute trotz ihres ruinösen Zustandes und den offensichtlichen Kriegsverbrechen der Russen nicht abgerissen werden.)
Bild: Blick auf das Hochschloss vom Südosten
Blick auf das Hochschloss
vom Südosten
Schon im Frühjahr 1945 zogen die ersten neuen Bewohner nach Heilsbeg. Einige von Ihnen waren einfache Diebe, die das in Eile verlassene Hab und Gut gesucht und verkauft haben. Andere flüchteten aus den ehemaligen polnischen Gebieten, die in die Sowjetunion eingegliedert wurden (Südosten Litauens). Nach der Aktion "Wisla", die sich gegen die widerspenstigen Ukrainer richtete, zogen weitere Volksgruppen nach Ostpreußen (besonders viele nach Landsberg). Einige deutsche Familien wurden wie Sklaven in den Scheunen (auch im Winter) gehalten und erst 1947 freigelassen. Die deutschen Priester, die zum Teil auf dem Gebiet gebliebenen sind, wurden jedoch akzeptiert und wurden zur Brücke zwischen den Kulturen. Diese Mischung an Völkern fand nur langsam ein gemeinsame Lebensgrundlage. Die von Oben angeordnete Neuordnung war unbeliebt aber für diese Entwicklung hilfreich. Die Stadtverwaltung beschloss, neue große und moderne Wohnblöcke für die vielen Siedler zu bauen und Überreste des Deutschtums zu beseitigen. Das Husaren-Denkmal wurde entfernt, die Altstadt nicht originalgetreu wieder aufgebaut. Es wurden einige Großbetriebe angesiedelt, darunter die Molkerei, Farma-Unternehmen oder staatliche Agrarmaschiene- und Baubertriebe. Die Bevölerungszahlen stiegen. Die Schulen waren voller Schüler. So baute man eine weitere Grundschule (auf dem Gebiet eines alten Friedhofs). Die Stadt ist weiter gewachsen. Der polnische Staat sorgte für die notwendigen restauratorischen Arbeiten am Schloss und gab dem Hochschloss sein jetziges Aussehen.
Mit der Wende konnten die heimlich (oft mit Hilfe der katholischen Kirche) gepflegten Kontakte zwischen den alten und den neuen Bewohnern der Stadt öffentlich werden. Nur mit der Unterstützung einer deutsch-polnischen Stifung war es möglich die Schule auf dem Gebiet der neuen Siedlung im Nordosten der Stadt zu bauen. (Darin fanden der Verein der Deutschen Minderheit und die Sozialstation der Johanniter ihre Räume.) Die Auflösung fast aller Staatsbetriebe führte zu steigender Arbeitslosigkeit. Viele Bewohner fanden in Allenstein Arbeit und zogen teils weg. Jüngere suchten als Saisonarbeiter im Ausland ihr Glück. Um die Stadt ist es still geworden. Durch die Bemühung einiger Personen verschwand Heilsbeg nicht aus dem Bewustsein der Polen. Im Gegnteil. Eine Gruppe von Historikern brache mit ihrer umfangreichen Monographie zur Geschichte der Stadt ein neues Selbstbewustsein für die Stadtbewohner. Durch Verhandlungsgeschick und gute Kontakte eröffnete der ehemalige heilsberger Sportlehrer, späterer Ladkreis-Chef und heutiger Woiwode viele neue Möglichkeiten für die Stadt und die Region. Der heilsberger Arzt und heutige Bürgermeister Artur Wajs nutzte die Gelegenheit und brachte viele überfällige restauratorische Aufgaben auf den Weg. Die Baumaßnahmen im Stadtgebiet wurden vom Denkmalschutz begleitet und brachten interessante Erkenntnisse über die Stadtgeschichte sowie ein neues Lebensgefühl in die Stadt. Das verpachtete Vorschloss wurde von einem heimischen Investor zu einem Vier-Sterne-Hotel mit Weltniveau (mit Schwimmbecken und SPA-Bereich) umfunktioniert. Dieser Bau erhielt 2012 den renommierten Preis "Best New Hotel Construction & Design" für die gelungene Architektenleistung. Die Südfront des Schlosses bekam einen barocken Turm und einen Steg über den Wassergraben. Die Freilichtbühne nordöstlich des Schlosses wird von Besuchern aus der Stadt und dem ganzen Land aufgesucht.